Licht & Lüftung


WORUM GEHT ES?

Der Dancefloor ist der Bereich, in dem sich die Gäste am längsten aufhalten, sich wohlfühlen sollen und ins Schwitzen kommen. Die Musik stimmt, das Licht schafft Atmosphäre, es herrscht angenehme Luft und die Clubgäste genießen eure Party in vollen Zügen. Perfekt! Währenddessen könnt ihr einiges an Geld sparen, wenn ihr in eine energieeffiziente Beleuchtung investiert und die Belüftung richtig einstellt.

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I.  Beleuchtung

II. Lüftung & Raumklima

WAS KÖNNT IHR UMSETZEN?

I.  Beleuchtung

Hier heißt die Lösung: LED. LEDs (Licht emittierende Dioden) stellen die energiesparendste Variante dar. Schaut mal nach, welche Lampen in eurem Club am längsten brennen. Diese solltet ihr dann durch LEDs austauschen. Vorteil: Bis zu 85 % weniger Strom wird benötigt und eure Stromkosten werden automatisch gesenkt. Beim Veranstaltungslicht gibt es die gleichen Vorteile wie bei den Haushaltslampen im Club: Sie heizen sind langlebig, steuerbar und ästhetisch flexibel einsetzbar.

LEDs sind in vielen Lichtfarben, Größen, Formen und Fassungen erhältlich und sogar der Stil der altbekannten Glühbirne, der „Retroschick“, kann weiterleben.

Bei der Außenbeleuchtung solltet ihr möglichst sparsam sein. Insekten, Fledermäuse, Vögel und Sternegucker*innen werden es euch danken. Wählt dafür Leuchtmittel mit geringem Ultraviolett- und Blauanteil, da diese weniger Insekten anlocken. Beleuchtet möglichst direkt die Flächen, die notwendig sind (z. B. den Weg oder mögliche Hindernisse), anstatt die Strahler in den Himmel zu richten. Geschlossene Lampengehäuse verhindern, dass Insekten in den Lampen eingesperrt werden. Zudem solltet ihr Zeitschaltuhren oder Bewegungsmelder im Außenbereich benutzen.

LED is the key! (c) clubliebe e.V./BUND Berlin e.V.
LED is the key! (c) clubliebe e.V./BUND Berlin e.V.

Weitere Möglichkeiten, um die Clubbeleuchtung energieeffizienter zu gestalten:

  • „Der*die Letzte macht das Licht aus.“ Optimiert eure internen Abläufe, sodass klar ist, wann und von wem welche Lampen ausgeschalten werden.
  • Gibt es Lichterketten? Sie können durch LED-Lichterketten ersetzt werden.
Sieht auch in der LED-Variante schick aus (c) clubliebe e.V./BUND Berlin e.V.
Sieht auch in der LED-Variante schick aus. (c) clubliebe e.V./BUND Berlin e.V.
  • Wo es möglich ist: Tageslicht nutzen, z. B. bei der Reinigung oder beim Auf- und Abbau. An spielfreien Tagen ist nicht die ganze „Festbeleuchtung“ notwendig, hier reicht ein Putzlicht (z. B. LED-Röhren).
  • Außenbeleuchtung und Putzlicht: Bewegungsmelder einsetzen, dann spart ihr euch das ständige An- und Ausschalten.
  • Auch die Bühnenbeleuchtung ist in LED-Technik verfügbar. Lichtfarbe und -temperatur lassen sich prima anpassen und haben zudem den Vorteil, dass die Künstler*innen nicht mehr so stark durch das Licht ins Schwitzen geraten. Selbst Beleuchtungstechnik, die den höchsten technischen Ansprüchen (z. B. für Foto-, Film- und Fernsehproduktionen) entspricht, gibt es als LED-Technik. Die Anschaffung lohnt sich, wenn ihr sie öfter braucht. Alternativ gibt es Verleiher, die qualitative Geräte für den Spezialbedarf anbieten.
  • Der Austausch von Leuchtstoffröhren gegen LED-Röhren ist einfach, denn je nach Bauart der alten Leuchtröhren muss oft noch nicht mal das Vorschaltgerät entfernt werden. Danach kann die neue LED-Röhre eingesetzt werden. Vergesst dabei nicht die fachgerechte Entsorgung, z.B. über die Recyclinghöfe der BSR oder bei Lightcycle, einem Rücknahmeunternehmen für Beleuchtung.


  • II. Lüftung

    Dicke Luft im Club? Die Luftqualität ist ein wesentlicher Faktor, damit die Gäste sich bei euch wohlfühlen. Zu stickige oder feuchte Luft sorgt für ein unangenehmes Ambiente und vertreibt eure Gäste. Oft haben Clubs keine Fenster und nur ein mechanisches Lüftungssystem regelt die Frischluftzufuhr. Grundsätzlich ist das Prinzip der Lüftungsanlage einfach: Verbrauchte Luft wird aus dem Gebäude gesaugt, frische Außenluft wird nach innen transportiert. Eure Lüftungsanlage kann bis zu 50 % eures Energieverbrauches ausmachen. Lüftungsanlagen, die sich automatisch am Bedarf orientieren, sind optimal. Dabei kann zusätzlich der CO2-Gehalt der Raumluft gemessen werden. Die CO2-Fühler sollten den Anteil an CO2 der Raumluft immer unter 1.000 ppm (parts per million) halten – man ist länger fit und es ist einfach gesünder.

    (c) clubliebe e.V./BUND Berlin e.V.
    (c) clubliebe e.V./BUND Berlin e.V.

    In der Praxis helfen euch zum Einstieg diese Fragen: Welche Art von Lüftungsanlage habe ich überhaupt? Was macht sie (Zuluft, Abluft)? Wann läuft sie? Wieviel Luft bewegt die Anlage mit welchen Temperaturen? Sind diese angemessen?

    Bevor ihr in eine neue Lüftung investiert, könnt ihr eure vorhandene Lüftungsanlage effizienter nutzen. Das geht so:

    • Eine Zeitschaltuhr lohnt sich, wenn ihr regelmäßige Veranstaltungen anbietet.
    • Daten-/Klimalogger und Luftqualitätsfühler messen die Luftfeuchtigkeit innerhalb des Gebäudes und erfassen auch die Temperatur und den CO2-Gehalt in der Luft. Mithilfe dieser Daten könnt ihr die Belüftung besser kontrollieren und muffigen Gerüchen, Schimmelpilzbildung und Energieverschwendung vorbeugen.
    • Eine regelmäßige Wartung und Reinigung des Luftfilters sind notwendig, da der Ventilator sonst stärker arbeiten muss, um dieselbe Menge Luft zu befördern.
    • Ihr könnt den Ventilator auch durch ein aktuelleres energieeffizientes Modell austauschen und damit den Energieverbrauch der Lüftungsanlage reduzieren.

    Wenn es finanziell möglich ist (hier: Förderungen für Lüftungsanlagen), wäre der Einbau einer dezentralen Zu- und Abluftanlage mit „Wärmerückgewinnung“ für Clubs am komfortabelsten und energieeffizientesten.

    Wie funktioniert die „Wärmerückgewinnung“?

    Alte Luft raus und neue Luft rein, bedeutet im Winter auch immer: warme Luft raus und kalte Luft rein. Somit wird ein Teil der Heizwärme „rausgeheizt”, wodurch mehr Heizenergie verbraucht wird.

    Um die Lüftungswärmeverluste zu minimieren, sollte die Wärme von der Abluft auf die Frischluft übertragen werden. Durch einen Wärmetauscher wird die Wärme der ausströmenden Luft auf die kalte Luft, die von draußen einströmt, überführt. Über Kanäle wird die frische warme Luft in der Location verteilt. Dabei werden bis zu 85 % der Wärmemenge zurückgewonnen, das nennt man Wärmerückgewinnung. Zusätzlich kann auch die relative Luftfeuchtigkeit gesteuert werden, die innerhalb geschlossener Räume nicht unter 35 % und auch nicht über 65 % liegen sollte.

    Wärmeaustausch-Pic

    Insbesondere bei Altbauten stellt die Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung eine effiziente Schimmelprophylaxe dar.

    Damit eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut werden kann, sollte geklärt werden, welche Luftwechselraten, welche Filter, welches Rohrsystem und welche Regelungen (CO2-Fühler, Luftfeuchte-Fühler) für eure Location sinnvoll sind.

    Wir empfehlen eine fachliche Beratung, um ein energieeffizientes und wirtschaftlich gutes Ergebnis zu erzielen.

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    Ihr habt Fragen und/oder Anregungen? Meldet Euch gerne per E-Mail bei uns: clubliebe e.V. hello@clubliebe-festival.org oder über das Kontaktformular.

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    Informationen zu Kosten einer Lüftungsanlage (Interview, Hr. Thoma vom VfW, 2014)

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